Die SPD - Sie liebt mich nicht

oder
Warum die Partei etwas schwerfällig wirkt …

Immer und immer habe ich anderen empfohlen, und empfehle es auch jetzt immer noch, politisch aktiv zu werden bzw. zu sein. Und ich behaupte, letztlich kann man das nur "in Parteien“ und nicht „mit lästern“ „über“ Parteien. Unser System, unsere Verfassung - unsere Kultur – sie sind so.
Egal wie man das findet. Selbst wenn man das ändern wollte, müsste man es mit, nicht gegen alle Parteien versuchen.
Bei der Frage, wie ich selbst es mit den Parteien halte, habe ich gerne auf grundsätzliche Kompromissprobleme bei alten Menschen und auf frühkindliche GRÜNE/AL-Erfahrungen verwiesen.
Dennoch musste ich mich vergangenes Jahr der Erkenntnis stellen, dass ich ein Drückeberger bin.
Hab dann überlegt, da ich mich schon nicht entscheiden kann, welche Partei für mich richtig ist, kann man ja schauen welche Partei könnte denn am ehesten mit mir.
Und ich dachte, vermutlich die SPD, die kann gut mit älteren Menschen, ist ja selbst alt.
Also einen Mitgliedsantrag im Netz ausgedruckt und vergangenes Jahr bei einem SPD-Stand in der Stadt abgegeben. Gut, ich hatte nicht erwartet, dass Herr Gabriel persönlich vorbei kommt und mir zu diesem Entschluss gratuliert, aber … eine nette Geste wäre es schon gewesen.
Schließlich treten ja auch viele aus - oder sterben frech weg. Muss man da nicht die pflegen die freiwillig kommen?
Nein, Herr Gabriel kam nicht. Es kam überhaupt nichts.
Keine Antwort wie „sorry, sie sind uns zu doof“, keine Bestätigung („danke für ihre Verwegenheit“), einfach nichts.
Da hab ich lange drüber nachgedacht.
Hab gedacht, okay - das ist vielleicht so nicht vorgesehen, die Genossen brauchen mehr Nähe, die wollen wissen, wer sich da anmeldet. Also geh mal zu einer Parteiversammlung deines Stadtteils. Hab ich gemacht. Und meine Adresse da gelassen. Wir laden sie dann zu bei den nächsten Treffen automatisch ein. Hieß es.
Um es kurz zu machen, war auch nix.

Letztlich bin ich zum Gebäude des Landesverbandes gegangen und habe dort (unter Zeugen -g-) das Eintrittsformular unterschrieben und abgegeben.
Sehen wir davon ab, dass man mir zweimal falsche Beiträge sagte, hat das funktioniert.
Ja, nach Wochen gab es auch Infomaterial (ich liebe Infomaterial), das rote Parteibuch, offenbar ein irgendwie sentimentaler Reflex auf Zeiten, da Beiträge als Märkchen noch in Büchern erfasst wurden und ja, ich fühlte mich „angenommen“ wie man heute so sagt.
Was mich sofort interessierte, dass war das Angebot von „Neumitgliederseminaren“. Zwar konnte man sich da nur Online anmelden, aber für mich okay.
Hab ich umgehend gemacht.

Was mich dann wieder wunderte war, dass keine Rückmeldung/Bestätigung in meinem Mailpostfach ankam. Ist ja üblich und da braucht man weder „html“ noch Javasript oder PHP zu kennen, dass – wenn ein Webserver ein Webformular erhält, eine automatische Antwort generiert wird.
Also, eine Mail geschrieben an die auf der Webseite angegebene Mailadresse.
„Sehr geehrte Frau … - „ gab es ein Problem mit meiner Web-Anmeldung … usw. sagen sie mir bitte, ist meine Anmeldung angekommen – bin ich angemeldet?
Die Antwort war lakonisch. Nein, kann ihre Anmeldung nicht finden.
Benutzen sie doch das Webformular …!.
Okay, dachte ich, da hilft nur tief durchatmen, versuch ich es im Herbst nochmal.
Zwei wochen vor dem von mir gewählten Termin kam überraschend ein Hinweis auf Ort und Zeit - drei Tage vor dem Termin – ein Hinweis „findet statt - trotz Streik“.
Schön, dachte ich, ist ja richtig „Service“.
Und so bin ich, zu diesem 10 h Termin gefahren, habe kurz vor 9 h vor der Hausnummer 15 geparkt, Alter macht übervorsichtig - und bin dann über eine Stunde dort herum spaziert.

Was nicht unangenehm war, schöner sonniger Samstagmorgen (Pfingsten).
Der Kölner ist sehr kommunikativ und zutraulich. Zweimal haben mich Eingeborene angesprochen und in belanglose Gespräche verwickelt. Jedes mal dachte ich, ist bestimmt ein „amtlicher“ der dir sagt „höre ma Jung, wir han gesinn - do kütt nur den Düsseldorfer, do hammer kin Lust mer gehaft“. Aber nein, jedesmal nur charmanter Smaltalk.
Wenn ich nochmal nach Köln fahre, werde ich was zum füttern mit nehmen.
(Meinem obigen Dialektversuch sieht man an, dass ich kölsch schlicht nicht kann)

Um 10.10 h wurde mir klar, es stimmt was nicht. Die Tür immer noch abgeschlossen und kein Dozent und kein weiteres Neu-Mitglied sichtbar. Klar, wer ein solches Seminar am Samstag leitet, kann sich auch mal verschlafen. Ist menschlich.
Aber auch kein einziger Interessent weit und breit.
Mir war klar, ich muss mich irgendwie in Datum oder Ort vertan haben. Meine Rückfahrt nach Düsseldorf war also von finsteren Ahnungen galoppierender Demenz überschattet.
Zuhause dann die Fragen, „ach, das ging aber schnell“ und „oder hast du den Veranstaltungsort nicht gefunden“ ( grrrrrr...).
Nach Kontrolle von Mail und Terminen (meine – und die der SPD) dumpfe Wut.
Scheiss Sozialismus!
Was für hoffnungslos inkompetente Arschlöcher. Das denk ich. Gesagt hab ich, „alles OK - das ist verschoben worden, Seminarleiter krank„., schließlich muss man ja die Genossen decken!
Und ich denke weiter, wie ignorant muss man seinen Wählern gegenüber sein, wenn man schon so mit Mitgliedern umgeht. Aber, auch das sag ich natürlich nicht laut … -g-
P.S.:
Ich habe mit dieser bitteren Klage zwei Wochen gewartet. Habe gedacht, bestimmt meldet sich da noch einer, hab immerhin zwei Leute angeschrieben  –  war aber nix.
Dafür hat mein Ortsverband hat zu einem -  "Treffen für  Neue"-  eingeladen. Das fand ich gut. Und das war gut.
P.P.S.:
Was das Treffen in Köln betrifft hat sich einiges aufgeklärt - anderes nicht.
Eines der Probleme auf meiner Seite war, dass ich, als jemand seit dreißig Jahre Mails bekommt, versuche der Spamflut mit „Filtern“ zu begegnen. Nach Eintritt in die SPD gab es einen „Filter“ „Wenn in Absender oder Betreff das Wort „SPD“ vorkommt - in den Ordner SPD umleiten.
Ich finde, eine gute Idee von mir, setzt allerdings voraus ….
Aber - okay - Mailregeln kann ma ja ergänzen.
Alles wird gut … -g-!

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